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Balinesen

Balinesen - die exotischen und leider recht seltenen Tempeltänzerinnen.

Aussehen und Charakter

Sie sind die halblanghaarigen Schwestern der Siamesen und sollen ihnen in allem - dem Körperbau, der Farbe und dem Charakter - entsprechen, außer eben in der Felllänge.

Das heißt (in Kürze), sie sollen elegant, aber muskulös sein, mit langen Beinen und langem Schwanz. Ihr Kopf soll schmal und keilförmig sein, mit großen, breit angesetzten und leicht seitlich stehenden Ohren. Ihre Augen sollen orientalisch mandelförmig, leicht schräg gestellt und von tiefem Blau sein.
Ihre Fellfarbe soll möglichst hell sein, mit Ausnahme der gefärbten Points an den kältesten Stellen des Körpers, also Gesicht, Ohren, Pfoten und Schwanz. Diese sind heute in vielen verschiedenen Farben, mit und ohne Tabbymuster (Tigerung) und mit und ohne Weißscheckung anerkannt. Die meisten Vereine erkennen auch Smoke- und Silver-Tabby-Points an.

Das Fell der Balinesen ist sehr weich, aber nicht plüschig. Am Körper liegt es eng an und zeichnet lediglich die Konturen etwas weicher. Wirklich langhaarig erscheinen die Balinesen nur am Schwanz - dieser ist länger behaart und flauschig, läuft aber trotzdem zu einer Spitze aus, also etwa federförmig. Häufig wird der Vergleich mit einem Eichhörnchen- oder Fuchsschwanz herangezogen.
Dieses Fell braucht, da es keine Unterwolle hat und nicht verfilzt, recht wenig Pflege, aber die Katzen genießen es, gestreichelt und gebürstet zu werden, und das kommt natürlich auch dem Glanz des Felles zu Gute.
Leider nicht bestätigen kann ich das Gerücht, dass Balinesen (oder Orientalen im Allgemeinen) wenig haaren, es steht meiner Meinung nach nicht dem Haaren von Hauskatzen nach. Aber auch hier kann regelmäßiges Bürsten und eine gute Fusselrolle helfen.

In vielen Rassebeschreibungen kann man lesen, dass Balinesen sanfter und ruhiger wären als Siamesen, was aber nicht meiner Erfahrung entspricht. Weshalb sollte auch die Langhaarigkeit etwas am Charakter ändern? Zumal Balinesen und Siamesen gemeinsam in einem Wurf fallen können.
Mehr dazu finden Sie hier.

Was allerdings leider zutrifft, ist, dass die Balinesen häufig noch nicht ganz so elegant und typvoll sind wie ihre modernen kurzhaarigen Geschwister. Hieran arbeiten aber verschiedene (und leider sehr wenige) ambitionierte Züchter mit großen Schritten.

Ursprung

Es heißt, dass es schon immer auch langhaarige Kitten in Würfen gab, deren Eltern aus reinen Siamlinien (also ursprünglichen Importen aus Thailand) kamen. Vielleicht kamen die rezessiven Langhaargene aber auch durch Einkreuzungen von zum Beispiel Angorakatzen zur Erweiterung der Farbpalette in die Siamesen. Ich denke, heute kann man das nicht mehr wirklich nachvollziehen.
Wie dem auch sei, Mitte des 20. Jahrhunderts nahmen sich mehrere amerikanische Züchter dieser Katzen an und gaben diesen "Siam Langhaar" den Namen "Balinesen" in Anlehnung an die eleganten balinesischen Tempeltänzerinnen und vermutlich auch, um ihre orientalische Herkunft zu unterstreichen. Mit der Insel Bali selbst haben die Katzen keinen Zusammenhang.